Seit einigen Jahren betreue ich die Internetseite des Segelclub Marl e.V. . Dabei war es immer ein Problem bzw. mit viel Aufwand verbunden die Seite mit neuen aktuellen Inhalten zu füllen. Die Folge war, dass sich nur wenige Mitglieder überhaupt meldeten, um an der Seite mitzuarbeiten. Ende 2005 haben wir dann Angefangen uns einige Open-Source CMS-Skripte anzuschauen, und auszuprobieren. Die üblichen Verdächtigen, darunter Mambo, Joomla, Contenido und TYPO3. Alle vier sind auf Ihre Art hervorragende Systeme, die ein hohes Maß an Flexibilität bieten. Aber für alle drei System gilt auch, dass zumindest der Webmaster und die Chefredakteure wissen müssen, wie was funktioniert. Außerdem boten alle diese Systeme viele Funktionen, die wir überhaupt nicht benötigten.
Ich machte dann den Vorschlag WordPress, also ein Blog-Skript einzusetzen. Dies stieß zunächst auf wenig Zustimmung, weil man ja kein Blog sondern eine Homepage haben wollte. Doch nachdem geklärt war, dass man mit WordPress nicht nur einfach einen Beitrag nach dem anderen veröffentlichen kann, sondern Mithilfe der Kategorien und statischer Seiten durchaus eine Struktur in die Seite bekommt, haben ich eine Testinstallation aufgesetzt. Der klare und simple Aufbau der Administrationsoberfläche hat dann schließlich den Ausschlag gegeben. Ich habe zufällig ein Theme gefunden, das ganz gut zum Verein passte. Nach einigen kleinen Änderungen war die Seite im Netz.
WordPress bietet uns genau die Funktionen, die wir benötigen. Jeder im Verein kann kinderleicht Beiträge veröffentlichen, die wir in Kategorien sortiert ablegen können. Mit den Beiträgen dokumentieren wir unsere Aktivitäten oder machen auf Veranstaltungen aufmerksam. Gleichzeitig haben wir einige statische Seiten eingerichtet auf denen es Informationen über den Verein, unsere Boote usw. gibt. Also Informationen, die im Prinzip kaum aktualisiert werden müssen.
Ein schöner Nebeneffekt beim Einsatz eines Blog-Skripts sind die chronologischen Archive. Dank dieser Archive kann man jederzeit einfach nachschauen was in einem bestimmten Jahr, in einem bestimmten Monat bei uns los war. Die Kommentarfunktion haben wir in den Standarteinstellungen deaktiviert. Denn die Seite soll ja nicht zum Diskussionsforum werden. Allerdings kann jeder der ein eignes Blog führt Trackbacks auf die Seite setzen. So erreichen wir, dass die Besucher unserer Webseite direkt sehen können, wer auch etwas zu einem bestimmten Thema zu schreiben hat. Auch die RSS-Feeds werden besonders von den Mitgleidern genutzt.
Nachdem die Seite nun etwa ein Jahr online ist, hat sie sich schon etwas weiterentwickelt. Mittlerweile wurde z.B. ein Terminkalender eingefügt, der seine Daten aus einem Google Calendar bezieht, den unsere Vorstandsmitglieder gemeinsam pflegen. Auch die Anzahl der aktuellen Berichte und somit auch der Besucher ist seit dem Relaunch mit WordPress gestiegen. Als nächste Schritte sind neben einem neuen individuellen Layout und der besseren Integration des Kalenders, auch ein Mitgleiderbereich mit Informationen und Serviceangeboten für Mitglieder denkbar.
Alles in allem denke ich das ein Blog-Skript für einen kleinen Sportverein eine gute alternative zu einem komplizierten CMS oder einer statischen HTML-Seite ist. Denn aktuelle Blog-Skripte bieten neben einer ausreichenden Userverwaltung und einfachen Publikationsfunktionen alles was ein kleiner Verein für die Pflege seiner Interseite benötigt. Blogtypische Funktionen die auf der Vereinsseite stören, lassen sich meist einfach abschalten oder entfernen.
Weiter Beiträge zum Thema:
WordPress als CMS in der Praxis
Pro und Contra “WordPress” als CMS
WordPress als CMS – ein Fallbeispiel
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Kommentare (3)
Wirklich eine gelungene Webseite. Man sieht genau, das WordPress wirklich geeignet ist damit eine kleine Webseite aufzubauen.
blogger.com sollte man noch erwähnen.
Das WP durch Plugins in ein mächtiges CMS gewandelt werden kann, steht außer Frage. Dennoch sollte man auch die zahlreichen Sicherheitslücken berücksichtigen, falls man ein größeres Projekt plant. In meinen Augen immer noch die größte Schwäche von WP – vermutlich der Preis der Beliebtheit…